Der neue Präsident der Deutschen China-Gesellschaft (DCG) Prof. Dr. Martin Woesler tritt sein Amt an

Prof. Dr. Martin Woesler, der an der Universität Witten/Herdecke die Professur für Literatur und Kommunikation in China innehat, übernimmt nach 20 Jahren im Vorstand zu 2018 die Präsidentschaft der 1957 gegründeten DCG. Er folgt damit dem Gründungspräsidenten Wolf Schenke (seit 1957) und den letzten Amtsvorgängern Dr. Hermann Rheinbote (seit 1983), Dr. Hilda Zensen-Grahner (seit 1987) und Prof. Gregor Paul (seit 1998). Letzterer wurde zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit ernannt.

Prof. Paul stellte seinen Nachfolger Prof. Woesler auf der 60-Jahr-Feier der DCG am 18. August 2017 an der Universität Witten/Herdecke vor und lobte Sachkompetenz und Engagement seines Nachfolgers. Die Deutsche China-Gesellschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, zum Verständnis zwischen Deutschen und Chinesen beizutragen, indem sie dem Chinabild aus Internet und Medien sachlich basierte und umfassende Informationen über chinesische Kultur, Politik und Wirtschaft gegenüberstellt. Als Mittel dienen ihr dabei Vorträge, Symposien und Veröffentlichungen, aber auch die Vermittlung institutioneller Verbindungen etwa zwischen Schulen oder Städten und die Förderung persönlicher Kontakte.

Prof. Woesler verspricht Kontinuität bei der Arbeit der Gesellschaft. „In Zeiten von Populismus und aufkommendem Nationalismus möchte ich im Rahmen der Möglichkeiten der Deutschen China-Gesellschaft für Toleranz, Humanismus und Universalismus werben.“ erklärt der neue Präsident. Der Schwerpunkt der Arbeit soll dabei etwas stärker auf der Literaturwissenschaft liegen, aber Felder wie Philosophie, Geschichte, Politik und Kunst sollen weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Dazu hat Prof. Woesler bereits den berühmten Sinologen Prof. Wolfgang Kubin für eine Lesung im ersten Halbjahr 2018 gewinnen können, sowie die Verlegerin Dr. Nora Frisch, die u.a. die deutsche Übersetzung des Buches „Mein Land und mein Volk“ von Lin Yutang herausgibt. Damit wird die traditionelle Vortragsreihe im Ostasiatischen Museum Köln fortgesetzt.

Mit Prof. Woesler übernimmt wieder ein Sinologe die Führung der traditionsreichen Gesellschaft. Prof. Woesler bietet an der Universität Witten/Herdecke jedes Jahr fünf Seminare mit Chinabezug an. Zuvor hatte er seit 2007 drei Professuren an Hochschulen in Deutschland, Italien und den USA inne. Zudem ist er Gastprofessor an der Peking Normal University und der Nanking Normal University (China). Zwei Jahre lang war er Gastwissenschaftler an der Harvard-Universität (USA).

Im August 2017 folgten etwa 100 etwa 100 Chinawissenschaftlerinnen und Chinawissenschaftler aus etwa 20 Ländern Professor Woeslers Einladung an die Universität Witten/Herdecke, das 60-jährige Jubiläum der Deutschen China-Gesellschaft zu begehen. Unter den Gästen waren die Professoren Mu Zhai (USA/China), Harro von Senger (Schweiz), Luigi Moccia (Italien), der Leiter des Konfuzius-Instituts der Universität Wien, Richard Trappl (Österreich) und Claudia von Collani (Heidelberg) sowie die russische Sinologin Alena Pavlova (Stadt-Universität Moskau) und der Leiter des Konfuzius-Instituts Düsseldorf Cord Eberspächer.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Martin Woesler, mw@dcg.de oder 02302 / 926-866.
Webseite der Deutschen China-Gesellschaft: https://dcgev.wordpress.com/

Pressemitteilung der Deutschen China-Gesellschaft, Köln 30.1.2018.

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„Und am Ende der Welt – Menschen wie wir!“ – Symposium anlässlich des 60-jährigen Bestehens der DCG 19.-20.08.2017 an der Universität Witten/Herdecke

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der DCG fanden zwei Symposien statt, eines im August an der Universität Witten/Herdecke, eines im Dezember in Karlsruhe.

„Und am Ende der Welt – Menschen wie wir! Vom Kulturrelativismus zum Universalismus am Beispiel Deutschlands und Chinas“ Symposium anlässlich des 60-jährigen Bestehens der DCG

Gemeinsame Veranstaltung mit der 1. Weltkonferenz Chinawissenschaften, 19.-20. August 2017 an der Universität Witten/Herdecke (UWH), Veranstalter: Weltverband Chinawissenschaften (WACS), Deutsche China-Gesellschaft (DCG), Durchführender: Prof. Dr. Martin Woesler (UWH).

Am 19. und 20. August 2017 richtete die Professur Literatur und Kommunikation in China, Prof. Dr. Martin Woesler, an der Universität Witten/Herdecke das Symposium zum 60-jährigen Bestehen der DCG und erstmals die Konferenz des Weltverbandes für Chinawissenschaften aus. Die etwa 100 Teilnehmer (ausgewählt unter 200 Beitrags-Einsendungen) kamen aus etwa 20 Ländern: Volksrepublik China mit Hong Kong, Macao, der Republik China auf Taiwan, Deutschland, Südkorea, Österreich, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, Russland, Niederlande, Spanien, Polen, Italien, Portugal, Japan, Singapur, Malaysia etc.

Es gab Key note speeches im Forum sowie Beiträge in 25 panels im Großen und Kleinen Hörsaal des FEZ-Gebäudes der Universität Witten/Herdecke mit Moderator, Discussant und Diskussion. Konferenzsprachen waren Englisch und Chinesisch. Dabei wurde mit den panels die ganze Breite des Faches abgedeckt und der Austausch zwischen Wissenschaftler aus China und dem Westen gefördert.

Der scheidende DCG-Präsident begrüßte die etwa 100 Teilnehmer und bedankte sich für ihr Kommen. Er erklärte: „On behalf of the German China Association, I should like to welcome (all of) you. I am pleased and (I feel) honored to have you here. One of the reasons for having this conference is to celebrate the 60th  anniversary of the German China Association (GCA) — which is by far the oldest German organization devoted to providing Germans with reliable information about China, especially Chinese culture, thus improving mutual understanding. I am particularly thankful to Professor Martin Woesler, my designated successor as president of the GCA, for having organized the conference.“

Der Weltverbands-Vorsitzende Prof. Zhai Mu (Houston/USA, Zhuhai/China) erklärte, dass die Chinawissenschaften mit Konferenzen wie dieser weiter internationalisiert würden. Die nächste Konferenz findetam 18.-19.8.2018 an der Universität Witten/Herdecke statt mit einem zweiten Konferenzteil an der Universität Wien/Österreich (21.-22.8.2018) sowie im Oktober 2018 in Hangzhou/China.

 

Konferenzbericht

1. Weltkonferenz Chinawissenschaften / Symposium anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Deutschen China-Gesellschaft, 19.-20. August 2017 an der Universität Witten/Herdecke (UWH)
Veranstalter: Weltverband Chinawissenschaften[1] (WACS), Deutsche China-Gesellschaft[2] (DCG), Durchführender: Prof. Dr. Martin Woesler (UWH)

Die am 19. und 20. August 2017 erstmals an der Universität Witten/Herdecke ausgerichtete Konferenz des Weltverbandes für Chinawissenschaften war nach Einschätzung der Teilnehmer, des scheidenden Präsidenten der Deutschen China-Gesellschaft Professor Gregor Paul und des Verbandsvorsitzenden Professor Zhai Mu ein voller Erfolg. Prof. Mu erklärte: „Die Universität Witten/Herdecke war ein herzlicher und professioneller Gastgeber, wir würden den Kongress gerne jedes Jahr hier abhalten und auch in anderen Bereichen mit der Universität kooperieren.“

Die etwa 100 Teilnehmer kamen aus etwa 20 Ländern: Volksrepublik China mit Hong Kong, Macao, der Republik China auf Taiwan, Deutschland, Südkorea, Österreich, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, Russland, Niederlande, Spanien, Polen, Italien, Portugal, Japan, Singapur, Malaysia etc.

„Auch die Chinawissenschaften wollen sich der Welt mehr öffnen – im Grunde ist das Fach Sinologie heutzutage nicht mehr eine in einzelnen Ländern durchgeführte Spezialwissenschaft, sondern der Blick von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt auf China“, erklärt der Verbandsvorsitzende. Entsprechend wurde die Konferenz gemeinsam mit der Deutschen China-Gesellschaft durchgeführt, deren Präsident Gregor Paul anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens ein Grußwort sprach, und brachte über 100 Wissenschaftler in 25 thematisch geordneten Panels zusammen.

Höhepunkte unter den an zwei Tagen gehaltenen Vorträgen waren unter anderem die daoistische Interpretation des Schweizer Neutralitätsmodells durch Harro von Senger, die Nachzeichnung von Chinas Weg in die Moderne durch den Direktor des Düsseldorfer Konfuzius-lnstituts Cord Eberspächer und die kritische Vorstellung der Arbeit der Jesuitenmissionare in China durch Claudia von Collani, Heidelberg.

Alena Pavlova, Professorin an der Stadt-Universität Moskau, betonte in ihrem Presse-Interview die Wichtigkeit der Gründung des Weltverband es: „Ich wollte hier lernen, wie wir auch unseren nationalen russischen Verband der Chinawissenschaften aufbauen können.“

Richard Trappl, Leiter des Konfuzius-Instituts an der Universität Wien, hielt einen Vortrag über Lu Xun und Europa und lobte: „Mit das Wichtigste an solchen Tagungen ist der fachliche Austausch unter internationalen Kollegen in Diskussionen und in den Pausen.“

Es wurden etwa 200 Beiträge eingesandt, von denen eine international besetzte Kommission etwa 100 akzeptierte. Diese wurden in Key note speeches im Forum sowie in 25 panels im Großen und Kleinen Hörsaal des FEZ-Gebäudes der Universität Witten/Herdecke mit Moderator, Discussant und Diskussion vorgestellt.

Die Vorträge wurden auf Chinesisch und Englisch gehalten, die Teilnehmer konnten über Kopfhörer eine Simultanübersetzung ins Englische und Chinesische hören.

Besondere Gäste der DCG waren:

  • Prof. Dr. Harro von Senger
  • Prof. Dr. Claudia von Collani
  • Prof. Dr. Gregor Paul
  • Prof. Luigi Moccia
  • Dr. Richard Trappl
  • Dr. Cord Eberspächer
  • Prof. Dr. Martin Woesler
  • Dr. Thomas Weyrauch
  • Wei Lingzhi, Peking
  • Zhan Song, Peking
  • Luo Huiling, Madrid

Keynote Speeches:

  • Mu Zhai, Vorstandsvorsitzender des Weltverbandes, bekannt für seine Untersuchungen zu früher chinesischer Literatur und Dichtung (insbesondere Song- und Tang-Gedichte), derzeit Gastwissenschaftler in Houston und Prof. an der Jilin-Universität.
  • Gregor Paul, Präsident der Deutschen China-Gesellschaft, er beleuchtet das Thema „Macht und Kunst“ in China kritisch (schriftlicher Beitrag).
  • Wei Lingzhi, Vertreterin der Pekinger Cao Xueqin-Gesellschaft, mit einem Vortrag über die Modernität des Luxuslebens im Traum der Roten Kammer.
  • Der Schweizer Sinologe Prof. Harro von Senger, der durch seine Studien zur Kriegskunst Sunzis und zu Strategemen der Chinesen bekannt geworden ist und jetzt den Neutralitätsgedanken der Schweiz mit dem chinesischen Konzept „wu wei“ vergleicht.
  • Luigi Moccia von der Universität Rom III, der über das chinesische Rechtssystem zwischen Tradition und Moderne spricht.
  • Dr. Richard Trappl, Direktor des Konfuzius-Instituts Wien, der den chinesischen Schriftsteller Lu Xun im Spannungsfeld zwischen Ethik und Übertreibung vorstellt.
  • Cord Eberspächer, Direktor des Konfuzius-Instituts Düsseldorf, der Chinas Weg in die Moderne nachzeichnet.
  • Dr. Peter Wei Ming Cheng, Hong Kong University, Vor-Qin-zeitlicher Mohismus-Diskurs im Vorwort „Song cheng“
  • Dr. Martin Woesler, Universität Witten/Herdecke berichtete über den Weg der Chinawissenschaften von Ethnozentrismus und Exotisierung zu Universalismus und Dialog in der historischen und gegenwärtigen Chinaforschung.

 

Die 25 Panels wurden zu folgenden Themen durchgeführt: Klassische chinesische Literatur (Vor-Qin), Konfuzianische Literatur, Vormoderne chinesische Literatur: Prosa, Poesie, Tang- und Song-Literatur, Ming- und Qing-Literatur, Literatur der Republikzeit der 1920er Jahre, Moderne Literurgeschichte, Übersetzung: Klassik und Moderne / Moderne und Gegenwart, China in Asien, Buddhismus, weltweite Verbreitung chinesischer Literatur, Vergleich Ost und West; Politik und Journalismus: Regierung, Wirtschaft, ‚One Belt one Road’, China-EU; China in Malaysia; Hongkong und Taiwan; Krieg in Asien: Korea-Krieg, Mandschuko und der Errettungsmythos der Juden; Ästhetik und Wang Guowei / Humanität beim Jesuitenmissionar Matteo Ricci; Literatur der Moderne und Gegenwart; Autoren: Mao Zedong, Wang Xiaobo, Shi Tuo; Kommunismus und Anti-Kommunismus, Konfuzianische Stein-Forschung und Neo-Konfuzianismus um 17. Jahrhundert, Linguistik.

 

Ausgerichtet hat die Konferenz Prof. Dr. Martin Woesler, der an der Universität Witten/Herdecke die Professur für Literatur und Kommunikation in China innehat. Die Universität Witten/Herdecke baut im Rahmen Ihrer Internationalisierungs-Strategie auch die Partnerschaften mit China aus, erhofft sich durch Studierenden-Austausch mit dem boomenden Wirtschaftsriesen auch einen lohnenswerten Erfahrungsaustausch und den „Blick über den Tellerrand“.

Außerdem ist Woesler Gastprofessor an der Peking Normal University und der Nanking Normal University in China. Unmittelbar nach dem Kongress flog er auf Einladung des chinesischen Kulturministeriums für einen Übersetzer-Workshop mit Wolfgang Kubin zur Pekinger Buchmesse, zum Austausch mit Kollegen und den chinesischen Schriftstellern Mo Yan und Yu Hua, die er auch Wittener Studierenden näherbringen will.

 

Ausgewählte Konferenz-Beiträge werden in verschiedenen Fachzeitschriften (European Journal of Chinese Studies (Orem/USA), World Journal of Chinese Studies etc.) veröffentlicht, die übrigen Beiträge in der kostenfreien elektronischen Mitgliederzeitschrift. Ein Konferenzband wurde als Entwurf auf der Konferenz präsentiert, eine überarbeitete Fassung ist in Vorbereitung. Die nächsten geplanten Konferenzen sind: Mai 2018 Hangzhou, 18.-19. August 2018 Universität Witten/Herdecke in Kombination mit 21.-22. August Universität Wien.

 

Ankündigung: https://www.uni-wh.de/detailseiten/news/internationale-konferenz-fuer-china-studien-an-der-universitaet-wittenherdecke-6293/
Bericht: https://www.uni-wh.de/detailseiten/news/chinawissenschaften-an-der-universitaet-wittenherdecke-tagung-und-kooperation-6357/
Konferenzwebseite: http://china-studies.com/wacs/2017_en.html

[1]              Der Weltverband Chinawissenschaften wurde 2016 in Macao gegründet, um die unregelmäßig in Peking ausgerichteten Weltkonferenzen der Sinologen und verschiedene regionale Vereine in Form eines das ganze Jahr durch arbeitenden Verbandes zusammenzuführen. Verbandspräsident ist Professor Zhai MU (Houston/Zhuhai), geschäftsführender Vizepräsident ist der Koreaner Professor Jae-woo PARK, auch Vizepräsident an der Fremdsprachen-Universität Seoul. Der Verband hat etwa 2000 über Diskussionsgruppen verbundene chinawissenschaftliche Mitglieder in etwa 40 Ländern sowie zahlreiche Unterorganisationen. Er bemüht sich um internationalen Austausch und Kooperation auch mit anderen, regionalen Wissenschafts-Organisationen.

[2]              Die Deutsche China-Gesellschaft (DCG) wurde 1957, noch vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit China, gegründet und hat geholfen, diese herzustellen. Seitdem setzt sie sich durch wissenschaftliche Vorträge und Konferenzen in verschiedenen Städten dafür ein, dem oftmals verzerrten Chinabild in Medien und Internet ein fundiertes, wissenschaftliches entgegenzusetzen. Darüber hinaus engagiert sich die Gesellschaft für Austausch und Verständigung. Der Wittener Professor Martin Woesler, der die Konferenz organisiert, übernimmt ab Januar 2018 auch den Vorsitz der DCG.

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Identität und Hybridität – Chinesische Kunst und Ästhetik im Zeitalter der Globalisierung, 1.3.2018 19 Uhr Köln

Prof. Dr. Karl-Heinz Pohl (Trier)

 

Identität und Hybridität – Chinesische Kunst und Ästhetik im Zeitalter der Globalisierung

Vortrag mit Lichtbildern und Diskussion

 

Moderation: Dr. Alexander Bell (DCG)

 

Donnerstag, 1. März 2018, 19 Uhr

Museum für Ostasiatische Kunst Köln, Universitätsstraße 100.
Eintritt 9 Euro, Studierende 4 Euro, für Mitglieder 2 Euro.

 

Im Anschluss bis 21 Uhr Gelegenheit zum Austausch bei Snacks & Getränken (Museumscafé)

 

In China wurde die im Westen mit Foucault und Said (Orientalismus) angestoßene Postmodernismus- und Postkolonialismus-Debatte intensiv geführt, nämlich im Sinne einer Emanzipation von einem dominanten westlichen Narrativ des Rationalismus und der Aufklärung. Sie wurde ergänzt durch den Trend zu neuen (alten) Chinesischen Kulturstudien (guoxue), was zu einem Bestreben des (Wieder)entdeckens des „Chinesischen“ in der Gegenwartskunst führte. Zusammen mit der Globalisierung (und damit u.a. Kommerzialisierung und Konsumorientierung) des Kunstmarktes entstand eine hybride Form von Kunst, die traditionelle chinesische Ästhetik und moderne westliche Elemente zusammenfügt. Karl-Heinz Pohl geht der Frage nach, wie moderne chinesische Denker ihre Verbundenheit zu ihrer eigenen reichen ästhetischen Tradition – eine Frage der kulturellen Identität – mit dem Einfluss neuer und westlicher Präferenzen versöhnen. Die Spannung zwischen Identität und Hybridität in der heutigen Ästhetik Chinas wird anhand von Werken des Malers Wei Dong illustriert.

Karl-Heinz Pohl ist Sinologe und Professor emeritus an der Universität Trier. Er ist durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannt geworden. Zu seinen wichtigen Büchern zäh­len die Bände Li Zehou: Der Pfad des Schönen und China für Anfänger (Herder-Verlag) sowie sein Ästhetik-Band der Bonner Geschichte der chinesischen Literatur.

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Die Arbeit der Konfuzius-Institute in Deutschland, 1.2.2018 19 Uhr Köln

 

Dr. Cord Eberspächer (Düsseldorf)

 

Die Arbeit der Konfuzius-Institute in Deutschland

Vortrag mit Diskussion

 

Moderation: Prof. Dr. Martin Woesler (DCG)

 

Donnerstag, 1. Februar 2018, 19 Uhr

Museum für Ostasiatische Kunst Köln, Universitätsstraße 100. Eintritt frei.

 

Im Anschluss bis 21 Uhr Gelegenheit zum Austausch bei Snacks & Getränken (Museumscafé)

 

 

 

Konfuzius-Institute sind die offiziellen Kulturinstitute der Volksrepublik China. Sie vermitteln, analog zu den deutschen Goethe-Instituten, chinesische Sprache und Kultur im Ausland. Sie bieten damit eine nie da gewesene Plattform für eine breite, china-interessierte Öffentlichkeit. Doch die Institute begegnen auch Misstrauen und Kritik, ihnen wird vorgeworfen, ein verzerrtes Chinabild zu vermitteln und letztendlich nur der Verbreitung chinesischer Softpower zu dienen. Was machen Konfuzius-Institute wirklich und wie ist ihre Rolle als Brücke zwischen China und dem Ausland einzuschätzen? Der Vortrag führt in die Situation der Institute in Deutschland ein und erörtert ihre Arbeit sowie ihre Position im deutsch-chinesischen Kulturaustausch.
Cord Eberspächer ist Historiker und Sinologe. Er leitet seit 2010 das Konfuzius-Institut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ist Mitglied im Exeku­tiv­komitee der Weltsinologenkonferenz an der Renmin University of China (RUC) und Gastdozent an der Beijing Foreign Studies University. Seine For­schungs­in­ter­es­sen gelten der chinesischen Geschichte des 19. und 20. Jahr­hun­derts, ins­be­sondere der chinesischen Transformationsprozesse in ihren globalen Bezügen.

 

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Donnerstag, den 02. November 2017, 19 Uhr

Museum für Ostasiatische Kunst, Universitätsstraße 100. Eintritt frei

Eva Schestag (Frankfurt): Die Drei Reiche
Vortrag mit Lesung und Diskussion

Moderation: Prof. Dr. Martin Woesler (DCG)

»Die Drei Reiche« gelten als der älteste Roman der chinesischen Kultur. Er wird Luo Guanzhong, der wohl im 14. Jahrhundert lebte, zugeschrieben. Eva Sches­tag hat dieses monumentale Werk, dem die historischen Ereignisse vom Zerfall der Han-Dynastie bis zur Gründung der Jin-Dynastie zugrunde liegen, in sechsjähriger Arbeit erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt. Lässt sich ein solches Buch mit all seinen kulturgeschichtlichen Implikationen überhaupt über­setzen? Was bleibt unübersetzbar? Welche grundlegenden Entscheidungen trifft der Übersetzer bei der Arbeit? Welche Bedeutung hat dieser klassische Roman für unsere Zeit heute? Diese und andere Fragen wird Eva Schestag in Köln stel­len und diskutieren. Sie liest auch ein paar ihrer Lieblingsstellen aus den »Drei Reichen«. Im Anschluss an den Vortrag gibt es Gelegenheit zur Diskussion.
Eva Schestag hat Sinologie in München, Nanjing, Zürich und Taipeh studiert. Ihr Schwerpunkt liegt auf der alten und klassisch chinesischen Literatur. Lehrtätigkeit an den Instituten für Sinologie und Vergleichende Literaturwissenschaft der Goethe Universität Frankfurt am Main. Bei S. Fischer erschienen »Sammlung Chinesischer Klassiker« in 4 Bänden (2009) und »Die Drei Reiche« (2017).

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60-jähriges Jubiläum 2017. Öffentliches Symposium zum Thema „Kunst und Macht in der Geschichte Chinas“ am 02.12.2017

Die DCG feierte 2017 ihr 60-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass fanden zwei Symposien statt, eines im August in Witten und eines im Dezember in Karlsruhe.

Am 02. Dezember im Zentrum für Kunst und Medien (http://zkm.de) in der Lorenzstr. 19 in Karlsruhe wurde das Symposium mit dem Thema „Kunst und Macht in der Geschichte Chinas“ durchgeführt. Die von der Stadt Karlsruhe unterstützte Veranstaltung schloss ein Gruß­wort und vier Vorträge von jeweils 40 Minuten ein, denen 20minütige Diskussionen folgten:

10:00–10:15  Grußwort

10:15–11:15  Vortrag und Diskussion: Kunst und Macht im öffentlichen Raum. Referent: Prof. Dr. Gregor Paul (DCG) http://paul.dcg.de

11:15–11:30  Pause

11:30–12:30  Vortrag und Diskussion: Malerei und Macht.
Referent: Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer (China-Zentrum Tübingen)
https://de.wikipedia.org/wiki/Helwig_Schmidt-Glintzer

12:30–13:45  Mittagspause

13:45–14:50  Vortrag und Diskussion: Literatur und Macht. Referent: Prof. Dr.  Karl-Heinz Pohl (Trier) https://www.uni-trier.de/index.php?id=18681

14:50–15:05  Pause

15:05–16:10  Vortrag und Diskussion: Film, Internet, Digitalisierung und Macht.
Referent: Prof. Dr. Martin Woesler (DCG, Uni. Witten/Herdecke) http://martin.woesler.de

Grob gesagt, geht es im Symposium um das Verhältnis von Kunst, und zwar Kunst im weiteren Sinn,  und politischer Macht. Jede Art Kunst, ob Bildende Kunst (Architektur, Bildhauerei, Malerei, Film), Literatur oder Musik, kann im Dienst politischer Macht stehen oder kritisch gegen sie gerichtet sein. Genauer hin gilt:

(1) Kunst kann der Festigung und Förderung solcher Macht dienen. Dabei kann sie  (1.1) Darstellung oder Manifestation von Macht sein, wie es insbesondere bestimmte Beispiele der Monumentalarchitektur sind. Sie kann (1.2) der Propaganda dienen, wie sie sich vor allem im Personenkult der Mächtigen äußert: z.B. in Porträts, in Utensilien, die solche Porträts zeigen oder in verherrlichenden Hymnen. Und schließlich kann sie (1.3) durch Zensur (etwa von Bildender Kunst, Literatur und Film) Widerstand und Kritik verhindern oder einschränken. Selbst­­­verständlich können alle drei Formen ne­ben­ei­n­an­der bestehen. Insbesondere im Stalinis­mus, Na­zismus und Maoismus war dies der Fall. Aber selbst schon im alten Ägypten dürften sich Beispiele finden.
Kunst kann sich aber auch (2) kritisch gegen Macht richten, und dies vor allem durch Karikaturen, Kabarett und in literarischer Form.
Schließlich aber kann Kunst – jedenfalls der Intention nach – (3) Machtfragen gegenüber indifferent sein. Beispiele der Kunst um der Kunst willen mag es geben. Doch kann gerade solche Kunst von Mächtigen – aber auch von anderen – als Provokation empfunden werden. Das zeigte das Vorgehen des Nationalsozialismus gegen die von ihm als „entartet“ abgelehnte Kunst.

Das Symposium widmet sich vor allem Themen der ersten und zweiten Art. Im ersten Referat wird auch ein Überblick der Problematik geboten. Dabei werden exemplarische Beispiele aus dem Verhältnis von Kunst und Macht in der Geschichte Chinas angeführt und mit Beispielen aus anderen Kulturen – wie der Ägyptens, Mesopotamiens und der totalitären Staaten des 20. Jahrhunderts – verglichen.

 

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01.06.2017, 19 Uhr

Prof. Dr. Gregor Paul (Karlsruhe/DCG)
Kunst und Macht in der Geschichte Chinas

Moderation: Prof. Dr. Martin Woesler (Witten-Herdecke/DCG)

Museum für Ostasiatische Kunst Köln, Universitätsstraße 100.

Eintritt frei.

Allgemein gesagt, kann Kunst im Dienst von Macht stehen, sich kritisch gegen sie wenden oder – zumindest der Intention nach – indifferent gegenüber Macht sein. Bekannte Beispiele der ersten Art sind die altägyptische und die „maoistische“ Architektur, Exempel der zweiten Art chinesische literarische Texte seit etwa dem 10 Jh. v.u.Z. und solche der dritten Art Werke der „Kunst um der Kunst willen“. Die Beispiele sind nur scheinbar willkürlich gewählt. Sie sollen als verständliche Illustrationen dienen. Der Vortrag geht der Frage nach den allgemeinen und besonderen Zügen des Verhältnisses von Kunst und Macht in der Geschichte Chinas nach.  Dabei ist, wie implizit gesagt, Kunst im weiten Sinn des Begriffs gemeint: also Architektur, Bildhauerei, Malerei, Literatur und Musik. Mit „Macht“ ist vor allem „Regierungsmacht“ bzw. staatliche Macht von der Despotie bis hin zur Demokratie angesprochen. Aber auch „lokale“ und sozusagen „private“ Macht sind thematisch. Zur Sprache kommen natürlich nur wenige exemplarische Beispiele. Allgemeinheit und Besonderheit sollen allerdings nicht nur festgestellt werden. Wichtiger noch ist die Erklärung von Ursachen und Gründen der Besonderheiten und die Suche nach dem – nichtsdestoweniger identifizierbaren – „Allgemein-Menschlichen“. Eine Frage lautet etwa: Warum findet sich im traditionellen China keine den Bauten der alten Ägypter, Mesopotamier – aber auch der Mayas – vergleichbare Architektur?

Der Vortag dient auch der Vorbereitung der Symposien, die anlässlich des 60jährigen Bestehens der DCG am 19. und 20.08 im Kölner Museum für Ostasiatische Kunst und am 02.12. im ZKM in Karlsruhe stattfinden. 

Gregor Paul (http://paul.dcg.de) ist Professor für Philosophie in Karlsruhe. Seine Interessen gelten u.a. der Ästhetik und Interkulturellen Philosophie. 2016 hat er den Band Staat und Gesellschaft in der Geschichte Chinas: Theorie und Praxis (Baden-Baden: Nomos) herausgegeben, der ein einschlägiges Kapitel enthält.

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